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Vorsicht vor Perfektion!

Aktualisiert: 22. Dez. 2025



Madeleine Hirtl am Weg zur authentischen Sichtbarkeit
Bin grad happy weil ich "Arsch" besiegt hab!

Wenn du auch nur annähernd die gleichen Erfahrungen gemacht hast wie ich, dann kennst du ihn sicher: diesen fiesen kleinen Kritiker in deinem Kopf, der dir dauernd einflüstert, dass du nicht gut genug bist, dass dein Business "keiner braucht“, dass du dich erst zeigen darfst, wenn du alles zu 100% durchdacht und zur Perfektion geschaffen hast.


Ich nenne ihn „Arsch“. Und Arsch hat mich wochenlang davon abgehalten, meine ersten Instagram-Posts und mittlerweile 6 Monate um diesen Blog-Artikel zu veröffentlichen. Ich war überzeugt, dass ich erst doppelt so gut sein muss wie alle anderen, um mich zu zeigen.



Perfektion als patriarchale Falle

Ich habe verdammt lange gebraucht, um zu kapieren, dass mein Drang nach Perfektion nicht einfach „mein persönlicher Anspruch“ ist, sondern eine direkte Folge patriarchaler Strukturen. Ich habe jahrelang in männerdominierten Branchen gearbeitet, und ich wusste, dass ich nach anderen Kriterien bewertet werde als meine männlichen Kollegen.


Nicht nur einmal habe ich Feedback nach dem Muster „Für eine Frau…“ bekommen oder habe erlebt, dass Fakten erst akzeptiert wurden, nachdem sie ein männlicher Kollege "bestätigt" hat.


Das verunsichert, das weckt Selbstzweifel und das macht Angst. Angst, weil ich und meine Expertise nie genug sind. Das erzeugt Druck, weil ich doppelt so gut sein muss – quasi perfekt – um dieselbe Anerkennung wie Männer zu bekommen.


Und dieser Perfektionismus hat mich gelähmt. Ich wollte meine Unternehmen sichtbar machen, aber jedes Mal, wenn ich etwas posten wollte, hörte ich eine Stimme in meinem Kopf: „Das reicht nicht. Das ist noch nicht ausgereift genug. Wer soll dir das abkaufen?“


🎯 Wie ich mich davon löse:

  • Speziell, zu Beginn hat mir ein "Reality Check" geholfen. Solange ich keine Reichweite, Follower etc. habe, sieht auch niemand meine "Fehler". Und so hab ich dann schnell für mich verstanden: Auch jeder unperfekte Post und holprige Blog bringt mich weiter.

  • Ich hab den Satz "Perfektion ist eine Illusion" zu meinem Mantra gemacht, und ihn mir jedes mal vorgesagt, wenn ich Zweifel bekommen habe.

  • Und dann hab ich mir ganz genau angeschaut mit wem ich mich dauernd vergleiche. Natürlich nicht mit anderen "Anfänger*innen", sondern mit den "Top 10 der Branche". Und klar, das zermürbt und frustiert,. Also hab ich hart daran gearbeitet das Vergleichen mit anderen zu beenden. (Truth Bomb: Das hab ich nur geschafft, weil ich aufgehört habe diesen Accounts auf Social Media zu folgen...)

  • Ich hab mir jedes Mal bewusst gemacht, dass ich in meinem Marketing die "Version" von mir in zeigen will, die auch meine potenziellen Kund*innen in der Zusammenarbeit sehen werden. Und so hab ich meine „Macken & Makel“ als Teil meiner Marke akzeptiert.




Deine Selbstständigkeit sollte zu dir passen, nicht umgekehrt

Ich will ganz ehrlich sein: „Arsch“ lebt noch immer in meinem Kopf. Ich befürchte ich werde ihn nie zur Gänze los werden. Aber ich werde immer besser darin ihn auszublenden. An manchen Tagen ist es einfacher, an anderen Tagen ist es schwerer.


Wir können uns halt alle nicht vor blöden Kommentaren schützen. Oder Rückschläge und Enttäuschungen aus unseren Leben streichen. Aber wir können dafür sorgen, dass die Basis für uns passt.


Das sollte auch für dich die höchste Priorität haben: Die Basis deiner Selbstständigkeit und deines Marketings so aufzubauen, dass sie für DICH passt. Und zwar ganz egal was gerade im Trend liegt, die Urstrumpftante deiner Nachbarin gut findet oder dir irgendein „High-Ticket-Coach“ einflüstert.

Wenn du es hasst in die Kamera zu reden, dann mach es nicht und poste lieber ein Foto mit Text-Overlay von dir. Wenn du beim Texten Magengeschwüre bekommst, dann zwing dich nicht und mach lieber einen Podcast.


Selbstständigkeit und Marketing sind herausfordernd genug. Du brauchst dir das Leben nicht noch schwerer zu machen. Finde einen Weg der zu dir passt und geh ihn. Auch, wenn er vermeintliche Umwege bereit hält. Solange du ihn (die meiste Zeit) gerne gehst, ist er der Richtige!


Und, welche Umwege bist du bis jetzt gegangen?



 
 
 

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